Lucien-Léopold Lobin (1837-1892)

Lucien-Léopold Lobin wurde 1837 in Tours als Sohn von Julien-Léopold geboren. In der Werkstatt seines Vaters erlernte er die Malerei, sein Lehrer war Hippolyte Flandrin. Nach dem Tod seines Vaters 1864 übernahm er die Leitung der Manufaktur. Er behielt die Unterstützung des Klerus und war rund zwölf Jahre lang der Glasmaler sämtlicher Bauvorhaben der Diözese.

Er schuf alle Glasfenster des neuen Chores der Pfarrkirche von Saint-Pierre-des-Corps. Das mittlere Fenster, die Geburt Christi, auf dem die verstorbenen Mitglieder seiner Familie dargestellt sind, stiftete er selbst.

Daneben baute Lucien-Léopold Lobin den Bereich der profanen Glasmalerei und des Grabschmucks aus.

Die aufstrebende Manufaktur beschäftigte bis zu hundert Menschen. Er verfolgte dieselbe Geschäftsstrategie wie sein Vater.

Bei seinem Tod 1892 hatte die Manufaktur jedoch mit einem deutlichen Umsatzrückgang zu kämpfen. Sie beschäftigte nur noch etwa sechzig Personen.